Beitragsbemessungsgrenze Versicherungspflichtgrenze

Beitragsbemessungsgrenze Versicherungspflichtgrenze Jahresarbeitsentgeltgrenze zur Krankenversicherung Rentenversicherung Pflegeversicherung Arbeitslosenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet das jährliche Arbeitseinkommen von Arbeitnehmern, bis zu dem Beiträge in die gesetzliche Pflichtversicherung geleistet werden müssen. Es handelt sich bei dieser Grenze um eine dynamisch variable Grenze, da sie seitens der Bundesregierung jährlich am 01. Januar an die aktuelle Einkommensentwicklung angepasst wird. Grundlage ist die statistische Erhöhung der durchschnittlichen Bruttoeinkommen abhängig Beschäftigter. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es aktuell sowohl eine Beitragsbemessungsgrenze West wie auch eine Beitragsbemessungsgrenze Ost.

Beitragsbemessungsgrenzen und Versicherungspflichtgrenzen gesetzliche Sozialversicherungen und Pflichtversicherungen

Beitragsbemessungsgrenze mit gedeckeltem Höchstsatz

Die Beiträge, die für die gesetzlichen Sozialversicherungen zu leisten sind, ermitteln sich aus dem Bruttoeinkommen der Versicherungspflichtigen. Da die Beitragssätze in Prozent angegeben werden, sind die Sozialversicherungsbeiträge geringfügig Beschäftigter oder Geringverdiener deutlich niedriger als bei Arbeitnehmern mit einem durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Einkommen. So soll eine gerechte Finanzierung der Sozialversicherungen erreicht werden.

Übersteigt das Einkommen jedoch die Beitragsbemessungsgrenze, kann der Beitrag nicht weiter steigen, denn das Bruttoeinkommen, welches diese Verdienstgrenze übersteigt, wird nicht mehr für die Beitragsberechnung herangezogen. Nur unterhalb der Einkommensgrenze steigen die Beiträge entsprechend an. Für Arbeitnehmer mit überdurchschnittlichem Einkommen sind die Beiträge zu den Sozialversicherungen somit gedeckelt.

Versicherungspflichtgrenze Jahresarbeitsentgeltgrenze private Krankenversicherung Ost West

Von der Beitragsbemessungsgrenze ist die Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze zu unterscheiden. Letztere bezeichnet die Höhe des Arbeitseinkommens, bis zu dem eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Arbeitnehmer, deren Einkommen diese Entgeltgrenze drei Jahre in Folge übersteigt, haben die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflichtgrenze befreien zu lassen und in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Beitragsbemessungsgrenze gesetzliche Rentenversicherung Ost West

In der gesetzlichen Rentenversicherung werden derzeit zwei unterschiedliche Einkommensgrenzen für Arbeitnehmer der alten und der neuen Bundesländer herangezogen. Auch gibt es verschiedene Beitragsbemessungsgrenzen für die allgemeine sowie die knappschaftliche Rentenversicherung. Die noch vor einigen Jahren geltende Unterscheidung zwischen der Arbeiterrenten- und der Angestelltenversicherung ist hingegen bereits hinfällig. Für das Jahr 2010 wurde die Verdienstgrenze zur Deckelung der Rentenversicherungsbeiträge im Westen auf 5.500 Euro monatlich und 66.000 Euro jährlich festgelegt, für Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern hingegen gelten Beitragsbemessungsgrenzen von 4.650 Euro bzw. 55.800 Euro. Für die knappschaftliche Rentenversicherung hingegen wurden die Verdienstgrenzen in den alten Bundesländern auf 6.800 Euro monatlich und 81.600 Euro jährlich festgesetzt, Arbeitnehmer im Osten Deutschland sind ab einen Einkommen von 5.700 Euro bzw. 68.400 Euro von weiter steigenden Beiträgen befreit.

Beitragsbemessungsgrenze gesetzliche Krankenkasse Ost West

Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung war über viele Jahre identisch mit der Versicherungspflichtgrenze, die auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze bezeichnet wird. Sie legt das Jahreseinkommen fest, bis zu dem eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht. Wird dieses Bruttoeinkommen in drei aufeinander folgenden Jahren überschritten, ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht möglich, um zur privaten Krankenversicherung zu wechseln.
Im Jahr 2002 beschloss die Bundesregierung jedoch, die Versicherungspflichtgrenze von der Beitragsbemessungsgrenze zu entkoppeln. Seit dem Jahr 2003 liegt nun wurde die Jahresarbeitsentgeltgrenze angehoben, um Arbeitnehmern einen Wechsel in die PKV zu erschweren. Seither sind Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze somit unterschiedlich zu bewerten. Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern gibt es hier allerdings nicht mehr. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung liegt einheitlich bei 3.750 Euro monatlich bzw. 45.000 Euro jährlichem Bruttoeinkommen.

Beitragsbemessungsgrenze gesetzliche Arbeitslosenversicherung Ost West

Auch im Bereich der Arbeitslosenversicherung wird eine Beitragsbemessungsgrenze angesetzt, die die Beiträge ab einem bestimmten Einkommen nicht weiter ansteigen lässt. Die jeweiligen Verdienstgrenzen sind identisch mit den Grenzen der allgemeinen Rentenversicherung.

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